Im Jahr 1873 findet zum ersten Mal die größte folkloristische Veranstaltung Italiens statt

Im Jahr 1873 findet zum ersten Mal die größte folkloristische Veranstaltung Italiens statt


Eine Gruppe von jungen Leuten aus Viareggio, welche regelmäßig das Cafè del Casinò besuchten, hatte die Idee einer Prozession geschmückter Karren zu Karneval. Am 24. Februar 1873, Faschingsdienstag, fand in der historischen Via Regia in der Mitte der Altstadt der erste Karnevalsumzug statt, welcher später das wichtigste Ereignis in der Stadt werden sollte. Das Ansehen des Maskenumzuges wuchs mit der zunehmenden Größe der allegorischen Karren. Diese wurden von Schreinern und Schmieden aus Holz, Kunstmarmor, Jute und anderem wiederverwertbaren Material (welches manchmal vom Meer angeschwemmt wurde) angefertigt. Am Ende des Jahrhunderts wurde die Veranstaltung an die Promenade verlegt und bot damit mehr Platz.
Im Jahr 1921 gab es den ersten Wendepunkt: Ein erster Wagen nahm eine Musikkapelle mit an Bord und wurde somit musikalisch begleitet. Das Lied dieses Jahres wurde die offizielle Hymne der Veranstaltung und die Musik, gefolgt vom Tanz, wurde Hauptfigur der folgenden Veranstaltungen. Der zweite Wendepunkt kam zwei Jahre später. Im Jahr 1923 kam Bewegung in einen Wagen: Der melancholische Pierrot des Künstlers Giampieri blinzelte. Ab diesem Moment wiesen die Wagen immer mehr Bewegungen auf. Aber die größte Revolution gab es im Jahr 1925, als einer der Konstrukteure, Antonio D'Arliano, die Pulpe erfand - später besser bekannt unter dem Namen Pappmaché. Ein kostengünstiges (man brauchte nur einfaches Zeitungspapier), extrem leichtes und formbares Material ermöglichte nun die Herstellung von gigantischen Aufbauten, welche immer gewagtere Bewegungen ausführten. Im Jahr 1930, basierend auf einer Idee vom futuristischen Maler Uberto Bonetti, wurde Burlamacco geboren: Die Maske als Sinnbild von Viareggio, welche den Karneval nach Italien und in die gesamte Welt bringen würde. In der Maske vereinte Bonetti die zwei wichtigsten Momente des damaligen Viareggio: Den Sommer mit den typischen Farben weiß und rot der Sonnenschirme während der dreißiger Jahre und die Fröhlichkeit des Karnevals. Nach einer jahrelangen Pause aufgrund des Zweiten Weltkrieges fand der Karneval im Jahr 1946 erneut statt und wurde im Jahr 1954 live von der gerade gegründeten RAI im Fernsehen übertragen. Im Jahr 1958 wurde er sogar in Eurovision ausgestrahlt. Im Jahr 1984 fand die italienische Lotterie zusammen mit dem Wagenwettbewerb statt und in den Jahren 1988 bis 1989 wurde der Samstagabend im Fernsehen während der Karnevalszeit dem Fest in Viareggio gewidmet. Auch heute noch wird der Umzug am Faschingsdienstag live auf RAI3 ausgestrahlt und verbreitet die spektakuläre Fröhlichkeit seiner allegorischen Karren und die tausender Narren, welche am Karneval von Viareggio teilnehmen, über die Bildschirme von ganz Italien. Einen ganzen Monat lang gibt es Feste Tag und Nacht, Prozessionen mit enormen Wagen, Stadtteilfeste, Maskenbälle und Umzüge jeglicher Art, um die Tradition eines wunderbaren Festes aufrecht zu erhalten, welches die Herzen von ganz Versilia erwärmt. 

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